Unser neuer Sattel

Meistens kommt es anders und zweitens als man denkt. Ungefähr so ist unsere Sattelgeschichte in letzter Zeit gewesen. Seit 2011 war unser Grande CS Special unser treuer Begleiter. Bevor er zu mir kam, trug er meine beste Freundin auf Ihrer ehemaligen Stute Laisa durch so einige Dressurprüfungen. Auch bei Jim und meiner einzigen jemals gerittenen E Dressur war er es, der mich, damals noch eher Springreiter, sicher durch das Viereck brachte. Ich hatte zu diesem Sattel eine ganz besondere Bindung, klingt vielleicht komisch aber ich habe mit und in diesem Sattel so viel erlebt, das es mich schon etwas traurig gemacht hat, als mir bewusst gemacht wurde, das dieser Sattel leider so gar nicht mehr recht auf Jim passen wollte. Nach einem längeren Hin und Her mit meinem Sattler, in dem er mir erklärte, dass der Sattel genauso sitzen müsse, kamen bei mir einige Fragen auf. Meiner Meinung nach lag er einfach nicht richtig und war auch zu eng für Jim seinen Rücken. Also holte ich mir eine zweite Meinung. Und so kam es, das ich die wunderbare Heike von Capreole kennenlernte. Beim ersten Sattelcheck war ich nicht selbst vor Ort, Heike schaute sich trotzdem alles an und erklärte mir so, das auch ich als Laie es verstehe, was genau an meinem Sattel nicht richtig passt. Und das auch noch am Telefon. Nach kurzer Besprechungen kamen wir dazu, das die Tage meines Sattels auf Jim´s Rücken wohl oder übel gezählt waren. Etwas wehleidig vereinbarte ich einen zweiten Termin mit Heike, für ein Probereiten mit verschiedenen anderen Sätteln. Und so kam Heike  knapp eine Woche später wieder zu uns, das Auto vollgeladen mit Sätteln. Zuerst zeigte sie mir noch einmal sehr genau, was an meinem Sattel nicht passte, so dass ich es auch wirklich gut verstehen konnte. Und schon saß ich mit einem anderen Sattel auf dem Herrn Knopf. Im ersten Moment war es etwas komisch, obwohl ich Jim nun schon so lange kenne, war es ein ganz anderes Gefühl, nun nicht in meinem gewohnten Sattel auf ihm zu sitzen. Ich merkte schon, dass Jim anders lief als sonst, hatte aber nicht DAS Gefühl in dem Sattel. Jede meiner Followerinnen die schon geheiratet hat, wird wissen was ich meine. Beim Sattel wollte ich das gleiche Gefühl haben, wie damals, als ich mein für mich perfektes Brautkleid zum ersten Mal anhatte, eben DAS Kleid. Und Genauso wollte ich auch gerne DEN Sattel finden. Ja, ich hatte mir fest vorgenommen, in erster Linie danach zu schauen, das Jim mit dem Sattel zurechtkam und ich mich nicht gleich in das verliebe, was optisch am schönsten ist. Heike verschwand kurz in Richtung Auto und kam mit einem weiteren Sattel zurück. Ich stieg ab und hörte nur das Wort „Cobra Sattel“ und sofort klingelten bei mir alle Glöckchen im Kopf: „Heike, bitte pack diesen Sattel weg, ich kann Dir jetzt schon sagen, dass ich genau den will“ war da nur einer meiner erster Gedanken. Ich habe ein Händchen dafür, mich auf Anhieb in die Dinge zu verlieben, die eher zur Kategorie „Ich spare nochmal 3 Jahre weiter um es mir dann zu kaufen“ gehören. Ich muss ja nicht sagen, dass es mir bei dem schicken Cobra Sattel, den Heike in der Hand hatte, genauso ging. Also wurde umgesattelt, ich in dem Bewusstsein, jetzt einmal in so einem tollen Sattel reiten zu können, ihn mir aber bestimmt eh nicht leisten zu können. Heike ließ Ihn mich trotzdem probieren und ich stieg mit einem Grinsen auf´s Pferd. So schnell würde ich sicherlich nicht wieder dazu kommen, in einem Cobra Sattel zu sitzen. Und was passierte dann? Ich saß und prompt marschierte Jim los. Einfach so, ganz ohne das ich die Beine an seinen Bauch drücken musste. Ich fing also an, mich erstmal etwas an den Sattel zu gewöhnen, der im Grunde sehr bequem ist, mich aber sofort daran erinnert, wenn ich wieder nach vorne kippe: dann wird es unangenehm, die Reiterinnen unter Euch wissen was ich meine 🙂
Der Sattel hatte also auch einen mehr als positiven Effekt für mich. Mir fiel es viel leichter, so aufrecht im Sattel zu sitzen. Klar, wie immer ließ ich Jim etwas zu viel rumschlurfen, trotzdem hatte ich ein ganz anderes Reitgefühl: Ich hatte das Gefühl, das Jim wieder Spaß am Vorwärtslaufen hatte. Er schnaubte deutlich oft ab, was er sonst eher selten getan hat.
Auch Katha, meine Reitlehrerin, kam kurze Zeit später in die Halle um selbst zu reiten. Da ich etwas Angst hatte, davon geblendet zu sein, in einem so tollen Sattel zu sitzen, bat ich sie darum, mir Ihre Meinung zu diesem Sattel zu geben. Ihr wisst ja, die Meinung meiner Reitlehrerin ist mir immer wichtig, gerade bei einem Thema, in dem ich mich selbst nicht gut auskenne. Also saß Katha auf und ritt ein paar Runden. Ok, Jim lief unter Ihr natürlich eh ganz anders als bei mir, ich bin dann doch eher der „liebe Jim Reiter“ von uns beiden 🙂
Der Herr Professor weiß einfach zu gut, mit wem er was machen kann und mit wem nicht. Katha bestätigte mich in meiner Meinung, dass Jim mit dem Sattel sehr gut laufen würde. Innerlich war da für mich also schon entschieden, dass ich genau diesen Sattel haben möchte. Mein Kopf sagte mir aber sofort „Nadine, denk an Dein Konto, du hast erst geheiratet!“ Ich stieg auch noch einmal für ein paar Minuten auf und es war wie immer: Nach Katha auf Jim zu steigen und loszureiten war wieder ein Gefühl, als könnte ich das jeden Tag selbst so nachreiten… wie gesagt, ein Gefühl. Denn alleine komme ich nur sehr schwer an den Punkt, dass Jim wirklich so gut Vorwärts läuft und locker wird. Dazu später aber noch mehr.
Jim lief unter mir los, als hätte er die Siebenmeilen Stiefel an und ich kam aus dem grinsen garnicht mehr heraus. Ich glaube ich habe bestimmt 6x gesagt „Oh Gott, Katha schau wie er traben kann!“.

Ich blieb also freudig aber auch irgendwie mit einem etwas schlechten Gewissen bei Heike stehen: Nun würde ich wahrscheinlich gleich vom Pferd kippen, wenn Sie mir den Preis nannte. Wir brachten Jim erstmal in seine Box, ich zeigte Heike meinen bisherigen Sattel und schon begonnen die Verhandlungen. Der Cobra Sattel war für einen Cobra Sattel wirklich ein Schnäppchen, für mein durch die Hochzeit immer noch sehr ermüdetes Konto allerdings immer noch ein sehr teurer Spaß. Wir tauschten Preise aus, Heike sagte mir, was ich für meinen Sattel noch von Ihr bekommen würde und schon fing das gerechne in meinem alles andere als mathematisch begabten Kopf an. Fest stand für mich in dem Moment: Ich WILL diesen Sattel haben, aber kann ich mir das gerade wirklich leisten? So hielt ich erstmal ein kurzes Telefongespräch mit meinem Mann, erklärte ihm meine Lage, schwärmte von diesem wundervollem tollen Sattel und pries einem Nichtreiter an, wie gut Jim damit gelaufen ist. Kurz darauf sprach ich wieder mit Heike, erklärte Ihr ehrlich, was mein Konto gerade zu einem neuen Sattel sagen würde. Aber die liebe Heike kam mir dabei sehr entgegen. Sie wusste, dass ich, wenn ich diesen Sattel jetzt nicht nehme, natürlich erstmal wieder nichts zum Reiten haben würde. „Das kann ja auch nicht Sinn der Sache sein.“
So geschah es wirklich, das noch am selben Tag, dieser wundervolle Sattel mein eigener wurde. Heike erlaubte mir, den Sattel in 2 Raten abzuzahlen, was es mir um einiges erleichterte. Zwar nahm ich dieses Angebot mit einem leicht schlechten Gewissen an, freute mich dafür aber auch einfach wie ein Honigkuchenpferd. Immerhin ist ein Cobra Sattel schon eine teurere Investition, für mich also etwas was ich mir lieber erst zusammen spare, bevor ich es auf Raten abbezahle. Aber hey, so ist das eben manchmal. Und nun, nach dem der Sattel fast 4 Wochen meiner ist? Was denkt Ihr hat sich verändert? Einfach alles. Glaubt mir, Jim ist wirklich immer eher der faulere Kandidat. Aber mit unserem neuen Schätzchen, ist er wirklich wie ausgewechselt. Ja, er braucht mit seinen 20 Jahren und dem Spat gerade beim winterlichen Wetter seine Einlaufzeit. ABER ist er dann einmal eingelaufen, schmeißt er die Beine zum Himmel und trabt so schnell, das ich weder aussitzen noch mit dem Aufstehen hinterher komme. Und im Galopp muss ich ihn teilweise sogar Bremsen. Für mich also ein komplett neues und wunderbares Reitgefühl. Ich bin Heike wirklich unglaublich dankbar, dass sie mir diesen kleinen Schatz ermöglicht hat. Jim und ich kommen mittlerweile viel schneller zu dem Punkt, an dem wir gut arbeiten können und ich bin wirklich mehr als zufrieden. Wir wurden einfach wunderbar von Ihr beraten, sie hat mir ganz genau erklärt, was an meinem alten Sattel nicht gepasst hat und hat dann für Jim und mich den perfekten Sattel gezaubert. 
Und ich bin mir sicher, dass der ein oder andere von Euch nun denkt: Mag ja sein, das der Sattel Jim nun wieder passt, aber muss es für ein 20 Jähriges Pferd wirklich noch so ein teurer Sattel sein? Ganz ehrlich, warum nicht? Nur weil Jim eben kein Jungspund mehr ist, heißt das doch noch lange nicht, dass er keinen richtig gut passenden Sattel mehr verdient hat, nur weil er etwas teurer ist. Klar, es war kein Schnäppchen, um ehrlich zu sein hat es mir finanziell auch schon wehgetan, aber es war definitiv die beste Entscheidung die ich für uns treffen konnte. Und Jim zeigt mir an seinem neuen Gang, dass auch er wirklich zufrieden mit der Entscheidung ist. Auch wenn ein Pferd vielleicht schon etwas in die Jahre gekommen ist, was der Sattel kostet, ist in erster Line nicht so wichtig, wie der Punkt, das der Sattel passt und das das Pferd damit zufrieden läuft.

Einen riesen Dankeschön an Heike von Capreole für Ihre Arbeit, die ganzen lieben Whatsapp Nachrichten, Voicemails und die wirklich tolle, neutrale und sachliche Sattelberatung. Nie wieder ohne Dich :*

Weitere Info´s zu Capreole findet Ihr auf der Homepage:

www.capreole.de oder www.mobil-sattler.de

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