Jim Knopf

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* Jim Knopf
* 13.03.1997
* Westfale
* 1,70m
* Von Jabot (Jasper / Courville xx)
* Aus der Colette (Caletto I / Cor de la Bryere)
* In meinem Besitz seit April 2008

In mein Leben trat Jim Knopf im November 2007. Ich war zu dem Zeitpunkt wieder auf der Suche nach einer Reitbeteiligung. Also schaute ich ganz spontan im Stall von Jim´s Vorbesitzer vorbei. Ich war als Jugendliche schon längere Zeit bei ihm im Stall und er hatte mir immer wieder gesagt, wenn ich mal nichts mehr zum Reiten habe, könnte ich jederzeit bei ihm im Stall vorbeischauen.

Gesagt getan, da stand ich nun also. Ich kannte bereits Jim´s damalige Reitbeteiligung und auch Jim. Allerdings hatte ich damals keinen Bezug zu ihm. Er war einfach nur ein Pferd eines guten Bekannten. Dazu möchte ich noch kurz anmerken, dass Jim´s Vor-Vorbesitzer eine Reitschule hatte, in der ich damals sogar Reiten gelernt habe. Jim war aber nie im Schulbetrieb, sondern gehörte zu seinen Privatpferden. Vor Ort klärte sich dann erstmal auf, das Jim keine Reitbeteiligung mehr hatte. Nach einem kurzem Telefonat mit seinem Besitzer stand am nächsten Tag dann unser Probereiten an. Was soll ich sagen…? Jim war zu dem Zeitpunkt ein totales Männer-Pferd :)! Auf meine feinen Mädchen-Hilfen hat er nicht so wirklich reagiert. Für mich stand da aber schon fest: „Den knack ich“. Von diesem Tag an war ich jeden Tag im Stall und kümmerte mich um Jim und ab und an auch noch um die anderen beiden Pferde von Jim´s damaligem Besitzer. Außer mir ritt Jim so gut wie nie jemand weiteres. Es war damals also schon fast so, als wäre er mein Pferd.

Nach gut einem halben Jahr sollte Jim dann verkauft werden. Für mich brach damals eine Welt zusammen. Einige Leute kamen zum Probereiten. Ich verweigerte mich aber jedesmal, wenn es um das Thema vorreiten ging. Natürlich total uneigennützig: Unter mir lief Jim, unter seinem Besitzer nicht wirklich 🙂 Die beiden kamen einfach nie auf den selben Nenner.

Jedes Mal brach mein Herz etwas mehr. Ich hatte gerade eine Ausbildung angefangen und wusste nicht wie ich ein Pferd ohne Ersparnisse alleine stemmen soll. Wenn ich von den Probereitern gefragt wurde wie Jim denn so wäre, erzählte ich natürlich immer nur seine wirklich schlimmen Eigenschaften. Und ja, das würde ich immer wieder so machen… Freitags hieß es dann, Jim müsse bis Montag weg, da am Montag schon ein neues Pferd kommen würde. Fragt nicht, wie sehr ich geweint habe. Ich hätte mich am liebsten an Jim gekettet. Ich wollte dieses bekloppte braune Vieh einfach nicht mehr gehen lassen, egal wie schlimm seine Maken auch manchmal waren.

So kam es, dass meine Mutter mit Jim´s Vorbesitzer telefonierte. Ich wusste das zwar, malte mir aber keine großen Chancen aus. Kurz darauf erhielt ich einen Anruf meiner Mutter, die mir mitteielte, dass Jim nun offiziell mein Pferd sei. Fragt nicht, wie sehr ich geweint habe. Dieses Mal aber vor purer Freude! Ich habe gezittert und es dabei kein bisschen verstanden. Jim´s Vorbesitzer sagte meiner Mutter, er wolle mir Jim eigentlich gar nicht wegnehmen, da wir so ein gutes Team sein. Er bräuchte aber dringend die Box für sein neues Pferd. Meine Mutter handelte dann für mich aus, das ich Jim in Raten bei ihm abzahlen könne. Sollte eine Rate mal nicht kommen, würde meine Mutter sofort für mich einspringen. Darauf lies er sich glücklicherweise ein. Und so kam es, das Jim seit April 2008 mein Jim ist.

Ich weiß zwar bis heute nicht, wie ich das alle die Zeit mit Boxenmiete, monatlicher Rate, Hufschmied, Futter und Co. geschafft habe. Aber irgendwie habe ich mich durch als das durchgekämpft. Meine Mutter musste nur 2x aushelfen, sonst habe ich alles selber abbezahlt und mir erarbeitet, worauf ich wirklich mehr als stolz bin.

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Mama, falls Du das hier liest, ich danke Dir wirklich sehr für Deine Hilfe und Unterstützung! Ohne Dich wäre Jim heute nicht mein Jim! Du bist die Beste!

Heute kann ich mir ein Leben ohne meinen Goldschatz nicht mehr vorstellen. Egal wie schlecht es mir geht, mein kleiner Kasper bringt mich immer wieder zum Lachen.
Auch wenn es nicht immer einfach war, wir haben uns mittlerweile zu einem richtig gutem Team entwickelt.

Leider kann Jim´s Vorbesitzer, der für mich eher wie ein Papa war, das heute nicht mehr miterleben. Aber sicher hat er von oben immer ein Auge auf uns und animiert Jim hin und wieder dazu, ein richtiger Herr Knapp zu sein. Danke Michael, dass Du mir das alles ermöglicht hast!

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